Dill
Das unterschätzte Superkraut für Eure Küche
Dill ist mehr als nur ein Gewürz für Gurkensalat. Dieses aromatische Kraut bereichert nicht nur zahlreiche Gerichte, sondern bietet auch gesundheitliche Vorteile. In diesem Artikel erfahrt Ihr alles über die positiven Eigenschaften, Tipps zur Zubereitung, Aufbewahrung und wie Ihr ihn erfolgreich auf dem Balkon anbaut.
Die gesundheitlichen Vorteile
Dill ist nicht nur ein schmackhaftes Küchenkraut – er gehört auch zu den Heilpflanzen mit einer langen Tradition in der Naturmedizin. Schon im alten Ägypten und in der Antike wurde Dill für seine gesundheits-fördernden Eigenschaften geschätzt. Die enthaltenen Inhaltsstoffe wirken auf verschiedene Körpersysteme positiv – von der Verdauung bis hin zum Immunsystem.
Fördert Verdauung
Dill enthält ätherische Öle, die eine krampflösende und verdauungsfördernde Wirkung haben. Diese Stoffe entspannen die glatte Muskulatur im Magen-Darm-Trakt, was Blähungen und Völlegefühl lindern kann. Besonders Dillsamen werden traditionell als Tee zubereitet und nach dem Essen zur Förderung der Verdauung getrunken.
Besitzt entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung
Die ätherischen Öle und Flavonoide im Dill haben auch eine antimikrobielle Wirkung. Studien deuten darauf hin, dass Dill helfen kann, das Wachstum bestimmter Bakterien zu hemmen – darunter solche, die für Mageninfektionen oder Zahnfleischentzündungen verantwortlich sind.
Unterstützt Knochengesundheit durch Mineralstoffe
Neben Vitamin C liefert Dill auch wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Eisen. Besonders Kalzium und Magnesium sind entscheidend für gesunde Knochen und Zähne, während Eisen für die Blutbildung und Sauerstoffversorgung im Körper verantwortlich ist.
Ist reich an Antioxidantien
Dill enthält eine Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen, die als Antioxidantien wirken. Sie helfen dem Körper dabei, sogenannte freie Radikale abzufangen, die Zellen schädigen und Alterungsprozesse beschleunigen können.
Stärkt das Immunsystem
Dill ist eine gute Quelle für Vitamin C, das eine zentrale Rolle in der Funktion des Immunsystems spielt. Bereits 100 g frischer Dill können etwa 100 % des Tagesbedarfs an Vitamin C abdecken. Dieses Vitamin unterstützt die Produktion weißer Blutkörperchen und erhöht die körpereigene Abwehr gegen Krankheitserreger.
Enthält beruhigende Wirkung auf das Nervensystem
In der Volksmedizin wird Dill nicht nur zur Verdauungsförderung, sondern auch zur Linderung von Schlafproblemen und Nervosität verwendet. Besonders der Dill-Tee aus Samen wirkt beruhigend, was unter anderem auf die enthaltenen Flavonoide zurückgeführt wird, die eine milde, natürliche Entspannung fördern.
Tipp
Ein Tee aus einem Teelöffel leicht zerdrückter Dillsamen mit heißem Wasser übergossen, etwa 10 Minuten ziehen lassen – ein bewährtes Hausmittel bei Verdauungsbeschwerden.
Tipp für einen besseren Schlaf
Trinkt abends eine Tasse Dilltee mit Honig – eine sanfte Alternative zu pharmazeutischen Schlafmitteln.
Einkaufstipps - Worauf Ihr beim Kauf achten solltet
Dill ist sowohl frisch als auch getrocknet im Handel erhältlich. Je nachdem, wofür Ihr ihn verwenden möchtet, gibt es beim Einkauf einige wichtige Hinweise:
Frischer Dill
Wenn Ihr die volle Geschmacksvielfalt nutzen möchtet, ist frischer Dill die erste Wahl. Achtet beim Kauf auf:
- Die Blätter sollten saftig grün, fein gefiedert und aromatisch duften. Vermeidet Sträuße mit welken, schlaffen oder gelblichen Blättern – das sind Anzeichen für überlagerte Ware.
- Regional angebauter ist meist frischer, da er kürzere Transportwege hinter sich hat. Achtet auf Bio-Siegel, um Rückstände von Pestiziden zu vermeiden.
- Er wird häufig als Bundware oder in kleinen Schalen angeboten. Wenn Ihr regelmäßig Dill verwendet, lohnt es sich, ganze Sträuße zu kaufen – sie sind oft aromatischer als geschnittene Kräuter in Plastikverpackungen.
Getrockneter Dill
Für die Vorratshaltung ist getrockneter Dill eine gute Alternative. Beachtet dabei:
- Getrocknet hat er ein milderes, leicht grasiges Aroma im Vergleich zur frischen Variante. Er eignet sich gut für Eintöpfe, Suppen oder Dressings.
- In einer licht- und luftgeschützten Dose ist getrockneter Dill mehrere Monate haltbar – verliert jedoch mit der Zeit an Geschmack.
- Achtet auf schonend getrocknete Ware ohne Zusatzstoffe.
Aufbewahrung: So bleibt Euer Dill länger frisch
Damit frischer Dill sein volles Aroma behält, ist die richtige Lagerung entscheidend. Hier die besten Methoden:
Im Kühlschrank aufbewahren
- Wickelt frischen Dill in ein leicht feuchtes Küchenpapier und legt ihn in eine frischhaltende Kunststoff- oder Glasbox. Alternativ funktioniert auch ein Vorratsglas mit Deckel. So bleibt der Dill bis zu 7 Tage frisch.
- Achtet darauf, dass keine Staunässe entsteht – sonst schimmelt der Dill schnell.
Einfrieren – für langfristige Verfügbarkeit
- Wascht den Dill, tupft ihn trocken und hackt ihn grob.
- Füllt die Portionen in Eiswürfelformen oder kleine Beutel und friert sie ein.
- Ideal zum Nachwürzen von Saucen, Suppen oder warmen Gerichten. Der Geschmack bleibt gut erhalten – die Konsistenz verändert sich jedoch leicht.
Trocknen – für die eigene Vorratskammer
- Hängt den Dill kopfüber an einem dunklen, luftigen Ort auf. Achtet darauf, dass er nicht der direkten Sonne ausgesetzt ist, da sonst ätherische Öle verloren gehen.
- Nach dem Trocknen (etwa 7–10 Tage) könnt Ihr die Nadeln vom Stiel zupfen, fein zerreiben und in einem luftdichten Gewürzglas lagern.
Hinweis
Wenn Ihr häufiger Kräuter aufbewahren möchtet, lohnt sich die Anschaffung eines Kräutertrockners oder einer Dörrmaschine, die eine besonders schonende Trocknung ermöglicht.
Zubereitungstipps
Dill ist unglaublich vielseitig in der Küche einsetzbar – sein frisches, leicht anisartiges Aroma bringt Tiefe und Frische in viele Speisen. Dabei kommt er sowohl in kalten als auch warmen Gerichten zum Einsatz.
Salate
- Gurkensalat ist der Klassiker – fein geschnittener Dill bringt hier nicht nur Frische, sondern auch ein angenehmes Gegengewicht zur Säure.
- Auch in Kartoffel- und Linsensalaten sorgt Dill für eine aromatische Note. Besonders lecker wird es, wenn Ihr Dill mit Joghurt- oder Zitronen-Dressing kombiniert.
Fischgerichte
- Dill harmoniert hervorragend mit Lachs, Forelle oder Seelachs. In Skandinavien gehört er deshalb zu den Grundgewürzen bei Fischgerichten.
- Er kann sowohl für Marinaden als auch für Kräuterkrusten oder Dillschaum verwendet werden.
Saucen & Dips
- Senf-Dill-Sauce passt perfekt zu Räucherlachs oder Graved Lachs.
- Auch in Tzatziki oder cremigen Joghurtdips entfaltet Dill sein volles Aroma.
- Für etwas Besonderes: Probiert mal ein selbstgemachtes Dill-Pesto mit Sonnenblumenkernen, Öl und Zitronensaft.
Eingelegtes Gemüse
Ob Gewürzgurken, Zucchini oder Karotten – Dill gehört in fast jedes Einmachglas. Er sorgt für Frische und eine typische Würznote.
Tipps
- In Kombination mit Senfkörnern und Knoblauch ergibt sich ein besonders ausgewogener Geschmack.
- Gebt frischen Dill immer erst zum Schluss der Zubereitung hinzu. Beim Kochen oder Braten verliert er schnell sein Aroma und wird bitter. Beim Einlegen oder in kalten Speisen hingegen kann er sein volles Potenzial entfalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Im Kühlschrank, in ein feuchtes Tuch gewickelt, hält sich frischer Dill etwa eine Woche.
Ja, gehackter Dill lässt sich gut einfrieren und behält so sein Aroma.
Die Ernte erfolgt idealerweise kurz vor der Blüte, wenn das Aroma am intensivsten ist.
Fischgerichte, Salate, Saucen und eingelegtes Gemüse sind klassische Anwendungen für Dill.
In moderaten Mengen ist Dill unbedenklich und kann sogar die Milchbildung fördern.
Dill auf dem Balkon anbauen
Er lässt sich problemlos auf dem Balkon kultivieren. Er bevorzugt einen sonnigen Standort und durchlässige, nährstoffreiche Erde. Die Aussaat erfolgt direkt in den Topf, da Dill empfindlich auf Umpflanzen reagiert. Regelmäßiges Gießen und gelegentliches Düngen fördern ein gesundes Wachstum. Die Ernte kann bereits wenige Wochen nach der Aussaat beginnen.