Backofen reinigen ohne Chemie
So bekommt Ihr ihn mit Hausmitteln wieder blitzblank
Kennt Ihr das auch? Nach dem gemütlichen Pizzaabend oder dem Sonntagsbraten sieht der Backofen aus wie ein Schlachtfeld. Überall klebt festes Fett und am Boden haben sich schwarze Krusten eingebrannt, die beim nächsten Vorheizen unangenehm riechen. Bevor Ihr jetzt zu aggressiven Reinigern greift, die Eure Atemwege reizen und die Umwelt belasten, findet Ihr hier ein paar Profi-Tipps.
In diesem Lifehack zeigen wir Euch, dass es keine aggressiven Sprays braucht, um Euren Backofen wieder zum Strahlen zu bringen. Und das Beste: Euer Geldbeutel sowie die Umwelt werden geschont. Nachhaltigkeit in der Küche beginnt bereits beim Putzen.
Warum Ihr auf chemische Backofenreiniger verzichten solltet
Herkömmliche Sprays enthalten oft Natronlauge oder andere ätzende Stoffe. Diese sind zwar effektiv, hinterlassen aber oft Rückstände, die beim nächsten Backen verdampfen und in Eure Lebensmittel gelangen können. Zudem ist der Geruch meistens so stechend, dass Ihr die halbe Wohnung lüften müsst.
Das Wunderduo: Natron und Wasser gegen Eingebranntes
Ein absoluter Favorit ist die Paste aus Natron. Das feine Pulver ist ein echtes Allroundtalent in der Küche. Wenn Ihr Eingebranntes im Backofen lösen wollt, ist dies der effektivste Weg.
So funktioniert es
- Mischt Natron und Wasser im Verhältnis 1:1 zu einer streichfesten Paste an.
- Verteilt die Paste großzügig auf den verschmutzten Stellen im Ofen, spart dabei aber die Heizstäbe aus.
- Lasst das Ganze für mindestens 30 Minuten, am besten aber über Nacht einwirken. Das Natron reagiert mit dem Fett und löst die Verbindung zur Oberfläche.
- Wischt die getrocknete Paste danach einfach mit einem feuchten Tuch ab.
Tipp: So bekommt Ihr die Heizstäbe sicher fettfrei
- Nehmt ein weiches Tuch, das Ihr in einer Mischung aus warmem Wasser und einem Schuss Zitrone tränkt, und wischt die kalten Stäbe vorsichtig ab.
- Wenn die Stäbe richtig klebrig sind, hilft ein wenig medizinischer Alkohol oder Spiritus auf einem Tuch, um den Fettfilm zu lösen, da dieser rückstandslos verdampft.
- Ganz wichtig ist, dass Ihr danach mit einem trockenen Tuch nachpoliert, damit keine Feuchtigkeit in die Anschlüsse zieht.
Die Kraft der Zitrone bei leichten Verschmutzungen
Falls Euer Ofen nur leicht fettig ist oder Ihr unangenehme Gerüche loswerden wollt, ist die Zitrone Eure beste Freundin. Die enthaltene Säure wirkt fettlösend und hinterlässt einen frischen Duft.
So funktioniert es
- Presst zwei Zitronen aus und mischt den Saft mit etwas Wasser in einer auflauffesten Form.
- Stellt die Form in den Ofen und schaltet ihn auf etwa 120 Grad ein.
- Der entstehende Wasserdampf setzt sich an den Wänden ab und weicht das Fett auf.
- Nach etwa 20 Minuten schaltet Ihr den Ofen aus und wischt einmal feucht durch.
Weitere Tipps rund um schonende Backofenreinigung
Backpulver als schneller Ersatz für Natron
Wenn Ihr gerade kein reines Natron zur Hand habt, nehmt einfach Backpulver. Denn Backpulver enthält Natron und eine Säurekomponente, weshalb es ebenfalls wunderbar funktioniert. Mischt ein Päckchen Backpulver mit drei Esslöffeln Wasser. Die Mischung fängt an zu schäumen, was genau der Effekt ist, den wir wollen. Streicht den Schaum auf die Krusten und wartet kurz ab. Der Schmutz lässt sich danach meist ganz ohne Kraftaufwand entfernen.
Salz als natürliches Scheuermittel
Wenn Euch beim Backen etwas auf den Boden getropft ist – zum Beispiel Käse von der Pizza oder Saft vom Kuchen –, hilft einfaches Speisesalz sofort. Streut das Salz großzügig auf die noch feuchten, heißen Flecken. Sobald der Ofen abgekühlt ist, verfärbt sich das Salz braun und hat die Flüssigkeit aufgesogen. Ihr könnt die Kruste dann ganz einfach mit einem Holzspatel oder einem Tuch herausheben.
Rasierschaum für die Seitenwände
Auch wenn Rasierschaum streng genommen nicht in die Kategorie "Lebensmittel" fällt, ist er eine sanfte Alternative zu ätzenden Reinigern. Er haftet hervorragend an senkrechten Flächen, was bei flüssigen Mitteln oft das Problem ist. Sprüht die Wände ein, lasst es ein bis zwei Stunden einwirken und wischt den Schmutz danach einfach ab. Achtet nur darauf, danach gründlich mit klarem Wasser nachzuwischen, damit keine Parfümstoffe im Ofen bleiben.
Soda-Lauge für die Backbleche
Für extrem verkrustete Bleche ist Waschsoda (Natriumcarbonat) noch einen Tick stärker als Speise-Natron. Ihr bekommt es in jeder Drogerie. Mischt zwei Esslöffel Soda mit einem Liter Wasser in einer Sprühflasche und besprüht das Blech damit. Das Fett löst sich fast wie von selbst.
Eure Checkliste für die natürliche Backofenreinigung
- Entfernt alle Bleche und Gitter. Diese lassen sich separat in der Spüle einweichen.
- Gebt den Hausmitteln Zeit zu arbeiten und einzuwirken. Geduld ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
- Nutzt lieber weiche Schwämme oder Mikrofasertücher statt Drahtbürsten, um die Beschichtung nicht zu zerkratzen.
- Ein Spritzer Essig im Wischwasser sorgt nach der Reinigung für einen tollen Glanz auf der Glasscheibe.
FAQ: Häufige Fragen zur Backofenreinigung ohne Chemie
Ja, Essig ist super gegen Kalk und leichte Fettfilme. Bei extremen Verkrustungen ist die Natron-Paste jedoch meistens wirkungsvoller, da sie mechanisch und chemisch besser an der Verschmutzung haftet.
Für die Scheibe empfiehlt sich ebenfalls die Natron-Paste. Trage sie direkt auf das Glas, lass sie einwirken und nutze einen Glasschaber für hartnäckige Punkte, falls das Abwischen allein nicht reicht.
In der Regel sind Natron, Zitrone und Essig sehr sicher für Emaille-Beschichtungen. Achte lediglich darauf, die Gummidichtungen nicht zu lange mit konzentriertem Essig in Kontakt zu bringen, da diese sonst spröde werden könnten.
Am besten wischst du nach jeder Benutzung einmal kurz feucht durch, sobald das Gerät lauwarm ist. Eine Intensivreinigung mit Hausmitteln reicht je nach Nutzung alle zwei bis drei Monate.
Keine Sorge, das verfliegt sehr schnell. Du kannst nach der Reinigung eine Schale mit Kaffeesatz in den kalten Ofen stellen und über Nacht stehen lassen. Kaffee neutralisiert Gerüche aller Art extrem effektiv.
Ein super Hack: Lege die Gitter in eine Badewanne oder ein großes Becken auf ein altes Handtuch (um Kratzer zu vermeiden). Bedecke sie mit heißem Wasser und löse einen Spülmaschinentab darin auf. Nach ein paar Stunden Einweichzeit lässt sich der Schmutz einfach abspülen.
Ja, aber bedenke, dass Pyrolyse extrem viel Energie verbraucht und bei sehr hohen Temperaturen arbeitet. Hausmittel sind die deutlich günstigere und oft schonendere Variante für das Material. Wenn du Pyrolyse nutzt, solltest du vorher grobe Speisereste trotzdem manuell entfernen, um Rauchentwicklung zu vermeiden.
Die Gummidichtungen sind empfindlich. Hier solltest du nur mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen mildem Spülmittel arbeiten. Vermeide an den Gummis starke Säuren wie Essigessenz, da das Material sonst mit der Zeit porös werden kann.
Hier ist Vorsicht geboten. Heizstäbe sollten niemals mit dicken Pasten oder Wasser direkt behandelt werden. Nutze ein leicht feuchtes Mikrofasertuch. Wenn dort etwas eingebrannt ist, brennt es sich beim nächsten Mal meist von selbst weg und zerfällt zu Asche, die du dann einfach entfernen oder vorsichtig abwischen kannst.
Tatsächlich hilft die enthaltene Phosphorsäure in Cola gegen Rost und manche Krusten auf Blechen. Allerdings ist der hohe Zuckergehalt kontraproduktiv, da dieser beim Erhitzen extrem klebt. Säurehaltige Hausmittel ohne Zucker sind dafür die bessere Wahl.
Für den hartnäckigen Schmutz im Backofen hilft besonders ein Ceranfeldkratzer. Schaut Euch dazu dieses Video an, wie Ihr den festsitzenden Schmutz im Backofen ohne Chemie entfernen könnt. Hier das Video.